Beiträge von toemchen

    Hallo Peter,


    ich nehme an Du willst einschätzen, wie alt ich war und welche Ausbildung ich hatte/habe usw.


    Ende 1989 wurde ich gerade 21 Jahre alt, war mit Abitur und Wehrdienst durch und fing an der Fachhochschule München an, Feinwerktechnik zu studieren.


    Gebastelt habe ich fast von Geburt an, der erste echte Modellbau war glaube ich ein Graupner Renault Alpine so Mitte der 80er Jahre. Es gab noch weitere Buggys, ein Rennboot, einen Segelflieger (sehr schnell geschrottet) und soweit ich mich erinnere - einen ganz kläglich gescheiterten Versuch eines kleinen Unimogs im Bruder-Maßstab oder sogar noch kleiner.


    Gebastelt wurde immer im Kellerabteil des Mietshauses auf kleinstem Platz, oft unter ziemlichen Verrenkungen Strom herangeführt. Endmontage dann im Kinderzimmer.


    Zur Zeit des großen Unimog-Projekts war das Studium schon von diversen Praktika durchsetzt, da konnte ich erstmals an richtige Maschinen ran. 1994 Berufstart, eher wenig Zugriff auf Maschinen und mehr Stress/weniger Zeit. 1996 neue Stelle, super Laborwerkstatt, gemeinsame Wohnung mit der Freundin und ein kleines Bastelzimmer! Da kam das Unimog-Projekt dann auch in den Endspurt und wurde gewissermaßen fertig.


    Ich bin selbst manchmal erstaunt, was ich damals unter diesen Umständen zustandegebracht habe. Heute habe ich mehr Möglichkeiten (auch finanziell), weit höhere Ansprüche, weniger Zeit. Aber das grundsätzliche Denken, wie man technische Probleme löst, hat sich finde ich nicht wesentlich geändert. Das Studium hat mathematischen Unterbau und Kenntnisse dazugebracht (die ich aber auch schon wieder teilweise vergessen habe), aber im Inneren war ich schon immer "Bauchgefühl-Ingenieur" und werde es auch bleiben.


    Soweit der Exkurs zu meiner Person.


    Viele Grüße
    Tom.

    So, dann versuche ich mal eine Beschreibung der Achsen... leider gibts hier ganz besonders wenig Fotomaterial, und ich muß alles irgendwie verbal aus der Erinnerung beschreiben.


    Grundmaterial war ein Alu-Rechteckprofil 30x30x2mm. Die mir zur Verfügung stehenden Techniken und Werkzeuge waren: Profil und Bleche mit Stichsäge, Bügelsäge, Laubsäge und Feilen bearbeiten, Bohren mit Ständerbohrmaschine.


    So entstanden dann T-förmige Gebilde aus Schubrohr und Achse, verbunden mit drauf- und drunterliegenden 2mm-Blechen, mit Senkschrauben verschraubt. Die Getriebegehäuse mußten dann leider Frästeile sein, wurden im ersten Praktikum 1990 gebaut. Die Achsschenkel der Vorderachse wurden mit Laschen aus 3mm-Alu gehalten, darin waren als Achsbolzenlager Sinterbuchsen eingeklebt. An die 10° seitliche Lenkachsenneigung war nicht zu denken, aber eine Neigung nach hinten für einen gewissen Vorlauf der Vorderräder mußte sein. Also die Laschen oben und unten unterschidlich ausgeführt und die Achsbolzenlager mit einer Achse als Ausrichtung schräg eingeklebt.


    Nun zu den Innereien.
    Hauptakteur war ein Längsdifferential, Ersatzteil für irgendeinen 1:8 Verbrenner Buggy. Ich glaube, das war fast das teuerste Einzelbauteil am ganzen Fahrzeug. Dazu eine 1:1 Kegelradpaarung Modul 1. Das war tragbar, da sich durch die Portale ja wenigstens eine 1:3 Achsuntersetzung ergab - ein Wert, der damals bei den Veroma-Achsen üblich war. Und sogar eine schaltbare Differentialsperre habe ich untergebracht! Und da das ganze schön entlang des langgestreckten Differentials aufgereiht war, passte alles in das 30x30 Alu, und ich brauchte überhaupt kein Differentialgehäuse. Gelagert wurde alles in käuflichen Alu-Kugellagerböcken 30x30mm, die auf das Innenmaß 26x26 des Alu-Rohrs zurechtgefeilt wurden.
    Schöner Nebeneffekt: überall 80mm Luft unter der Achse bei 155mm Reifendurchmesser!
    Die Portale hatten 10:30 Modul 1.


    So, jetzt zwei Fotos vom Nachfolgeprojekt, die zumindest die Innereien zeigen. Bei der ganzen Achse muß man sich noch das Schubrohr dazudenken, das Nachfolgeprojekt hatte diese nämlich nicht mehr. Und auch keine aufgesetzten Laschen für die Achsschenkelbolzenlager mehr.




    Soweit für heute...
    Ciao
    Tom.

    Hallo Peter,


    ja ich kenne Deine Meinung mit den Türen! Allerdings gab es damals ganz andere Prioritäten... z.B. überhaupt so ein Fahrerhaus zusammenzubringen. Die dünnen A-Holme ohne die Verstärkung durch die Türen, welche fester Teil der Gesamtkonstruktion sind, da hätte ich ein schlechtes Gefühl gehabt...


    Außerdem mußte das Fahrerhaus sowieso als Elektronik-Kästchen herhalten, wie folgendes Foto zeigt:



    Da drin tummelten sich Empfänger, diverse Schaltbausteine für Blinker und Licht usw. Der Fahrtregler hingegen war im Batteriekasten, soweit ich mich erinnere. Das Fahrerhaus war über einen 37poligen Sub-D-Stecker mit dem Rahmen verbunden. Die 2 Stück 6V 7Ah Bleibatterien lagen unter der Pritsche flach im Rahmen. (An originalgetreue Querrohre war also nicht zu denken)


    Na gut, also jetzt doch gleich ein Bild vom Rahmen. Der war bis ca. letztes Jahr noch übrig, dann habe ich mich entschieden, den verstaubten, verölten, tränig lackierten und abgestoßenen Schmodder wegzuwerfen.



    Die Getriebeplatten waren direkt in den Rahmen geschraubt und später von außen verkleidet. Die Laufgeräusche waren also ziemlich laut! Zu den Getrieben ein andermal ein paar Erinnerungen...


    Und die Achsen gibts auch erst im nächsten Beitrag!


    Viele Grüße
    Tom.

    Na super, später als 20min nach Erstellen eines Beitrags kann ich ihn nicht mehr ändern, also auch einen faulen Link zu einem Bild nicht mehr reparieren...


    Hier also nochmal das Bild vom Fahrerhaus und ein Detail. Beide digtal aufgenommen (Fahrerhaus existiert ja noch) und somit erträgliche Qualität.


    Die Details sind aus dünnen Messingprofilen, der Ansaugkamin aus "Ureol", einem wie Holz bearbeitbaren Kunststoff für Modellbauer. Der Kühler ist eine (Nicht-CNC-)Fräsarbeit aus Kunststoff, entstanden in einem Praktikum 1992 an einer Deckel FP1.




    Weiter gehts demnächst mit den Achsen...


    Viele Grüße
    Tom.

    Hallo zusammen,


    nachdem ich mich im Frühjahr schon mal kurz vorgestellt hatte und seitdem fleißig an einem neuen Unimog-Projekt konstruiere, wollte ich noch mein "historisches" Projekt zeigen, auf dessen Reste mein neues teilweise noch zurückgreifen wird.


    Leider ist kaum Dokumentation und nur ganz wenig Fotomaterial vorhanden, so daß ich viel auf Erinnerung zurückgreifen muß.


    Alles fing mit den Veroma-Geländereifen 1:8 an, die ungefähr 1989 oder 1990 erstmals im Conrad-Katalog erschienen. Ich fuhr im Wehrdienst gerade einen solchen U1300L "Zweitonner", konnte ihn gut kennenlernen und einige gezeichnete Ansichten aus dem Wartungshandbuch kopieren. Durch die Reifengröße ergab sich der krumme Maßstab von 1:7,2.


    In den ersten Jahren meines Projekts baute ich das Fahrerhaus aus verschieden dickem Sperrholz, in einer Art Spantenbauweise wie beim Schiffsmodell. Mit 1mm dickem Sperrholz konnte ich verschiedene Sicken und Kanten schon ganz gut nachbilden. Mit viel Spachteln und Schleifen ließ sich das Holz ganz gut unter dem kommunal-orangen Lack verstecken, aber genau hinschauen darf man nicht!



    Fahrerhaus aus Holz, Details aus Messingprofilen, Ansaugkamin aus Ureol


    Soweit erstmal, mal sehen ob das mit dem Bild einbinden funktioniert...

    Stimmt! Radlader haben meines Wissens ja auch keine Federung, bzw. nur das Knickgelenk als Verschränkungsmöglichkeit.


    Der anderen Möglichkeit (seitlich weit ausladende Geräte) tut das auch keinen Abbruch, es geht ja in dieselbe Richtung, nämlich das Wanken zu verhindern.


    Danke!


    Hmmm, Frontlader. Viel Spielwert! Kommt vielleicht, irgendwann. Erstmal muß ein Unimog entstehen, und das wird schon die nächsten Jahre dauern.


    Viele Grüße
    Tom.

    Ja, vielen Dank für Euer Interesse und die Antworten!


    Es wurde auch schon richtig bemerkt, daß nicht das gesamte Einfedern der Vorderachse verhindert wird, sondern nur das Verschränken.


    Habe ähnliches auch schon an der Hinterachse gesehen, da wurden die Aufbauten über außen angebrachte Stangen mit außen an den Hinterradnaben angeschraubten Zusatznaben verbunden.


    Und ja, es handelt sich dann wohl um Zusatzgeräte wie weit seitlich auslegende Bankettmäher mit Absaugung oder so.


    Und nein, sowas werde ich wohl nicht nachbauen. Und schon gar nicht vornedran, wo der Unimog ohnehin durch die sich unter dem Fahrerhaus tummelnde Technik und die Akkus sehr schwer sein wird.
    Hihi, ich bin ja sowieso schon froh, wenn ich in den nächsten Jahren überhaupt einen Unimog auf die Beine äh Räder stellen kann. Und dann vielleicht ein Räumschild dazu oder die Schneefräse von Bernhard zurückholen und weiterentwickeln.


    Viele Grüße
    Tom.

    Hallo zusammen,


    bin heute wieder mal in Richtung Tegernsee an diesem Unimog-Händler zwischen Kreuzstraße und Gmund vorbeigefahren. Die ab und zu in die Berge fahrenden Münchener kennen ihn sicher: Da stehen immer wieder "Hingucker" auf dem Vorplatz zur Straße.


    Heute: Ein kommunal-oranger kurzer U1400. Ziemlich genau das, was ich in noch nicht absehbarer Zukunft bauen will. Auf dem Heimweg also nochmal angehalten und zig Fotos geschossen.


    Was mir dabei aufgefallen ist: Zwischen der Frontanbauplatte und der Vorderachse befindet sich ein Gestell, das ich noch nie gesehen habe. Sowieso wimmelt der ganze Rahmen von Anbauteilen, Verstärkungen, Verstrebungen, Lenkern und Hebeln, von den Kabeln und Schläuchen ganz zu schweigen. Aber zurück zu diesem Gestell: Ich kann mir nur vorstellen, daß es die Verschränkung der Vorderachse gegenüber der Anbauplatte verhindert. Da die Anbauplatte aber nicht drehbar am Rahmen ist, ist demnach die Vorderachse auch am Verschränken gegen den Rahmen gehindert. Ein absolut starrer Stabilisator sozusagen. Nicht daß ich das unbedingt nachbauen will, aber mich interessierts: Gibts sowas? Liege ich mit meiner Vermutung richtig? Vielleicht gibt es ja einen Unimog-Experten hier im Board...


    Hier zwei Bilder.


    Gruß
    Tom.